Flow – Was ist das?

IMG_0663.JPG

 

Der Zustand, der „flow“ genannt wird, findet in letzter Zeit immer mehr Beachtung. In dieser Serie soll dieses Thema ein wenig beleuchtet werden. Was ist der „flow“? Und seit wann gibt es ihn, was versprechen sich Menschen davon? Wie kann man diesen Zustand erreichen?

Teil 1 „Musizieren im flow“

Während meines Musikstudiums bin ich immer wieder auf Mitmusiker gestoßen, die nach einem Musizierstil strebten, der als „Spielen im flow“ bezeichnet wurde. Flow bedeutet zunächst einfach fließen, mit der Bezeichnung „Musizieren im flow“ war aber mehr verbunden. Es ging um einen hingebungsvollen und vertieften, aber dennoch offenen Geisteszustand. Das klingt komplex, und es scheint auch so, als sei dieses Ideal schwer zu erreichen. Warum wird beim Musizieren ein fließender Zustand angestrebt?

Zunächst einmal muss dem Fluss der Musik ja etwas im Wege stehen, also Hindernisse und Stolpersteine. Es gibt Tendenzen, die dazu führen, dass die Musik nicht mehr fließt, zähflüssiger wird oder ganz zum Stehen kommt. Diese Hindernisse sind so vielfältig wie die Musiker: es geht um spieltechnische Herausforderungen, Missverständnisse, Zeitstress oder Bühnenangst. Auch können beim Zusammenspiel unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten auftreten oder grundsätzlich konträre Auffassungen von Musik vorhanden sein.

All diesen Hemmnissen ist gemein, dass sie mit Bewertungen und Kategorisierungen zusammenhängen. „Ich bin besser/schlechter als mein Gegenüber, ich kann diese Stelle nicht spielen, ich spiele vor Publikum immer mies“ usw. Diese Sätze sind nur ein Teil der Selbst- und Fremdbeurteilungen, die ein Fließen mit der Musik arg beeinträchtigen können oder den Fließprozess sogar zum Erliegen bringen können. Doch was tun mit diesen Stolpersteinen? Ignorieren, Unterdrücken, Bekämpfen?

Vielleicht ist es tatsächlich einen Versuch wert, diese Beurteilungsketten einfach sein zu lassen, aber sich der Tatsache bewusst zu sein, dass ich trotz meiner Hindernisse einen Handlungsspielraum behalte. „Ich akzeptiere, dass ich nervös bin, und TROTZDEM weiß ich, dass ich musikalisch bin und jetzt ein gutes Konzert spielen kann..“ „Ich erkenne an, dass mein Gegenüber vielleicht versierter ist als ich, und TROTZDEM spiele ich auf einem hohen Niveau…“

Was dann passiert ist, dass es mir an der einen oder anderen Stelle gelingt, die Kritiken und Beurteilungen loszulassen. Es gelingt mir, weil ich mich nicht vollständig mit meinen Bewertungen identifiziere und trotz der Einschränkungen, die jeder Mensch hat, eine handelnde Person bleibe. Und dann geraten selbst Stolpersteine ins Fließen, einer nach dem anderen. Das Erkennen und Einordnen der Stolpersteine ist also Punkt eins im Hinblick auf die Entwicklung eines fließenden Zustandes.

 

Im zweiten Teil der Serie geht um andere Konzepte fließender Bewusstseinszustände.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s